Der erste Regen und die erste Vorlesung

Heute Morgen hat es zum ersten Mal seit meiner Ankunft einigermaßen ordentlich geregnet. Eigentlich ist ja Regenzeit, aber davon hatte ich bisher noch nichts bemerkt. Die Temperatur erreichte heute auch die 25 Grad-Marke nicht mehr. So ist es sehr angenehm.

Waldbauvorlesung mit Dominic Gondwe
Waldbauvorlesung mit Dominic Gondwe

Am späten Vormittag habe ich spontan die Gelegenheit genutzt und einer Vorlesung des Forstgenetikspezialisten Dominic Gondwe beizuwohnen. Die Studierenden gehörten zum 2. Studienjahr und es ging im Fach Waldbau um die Anlage von Pflanzlöchern für die Pflanzung junger Waldbäume. Diese werden hier in der Baumschule zumeist in Kunststoffbeuteln herangezogen. In der Trockenzeit werden dann an den im Wald vorher markierten Pflanzplätzen Löcher gegraben, auf guten Böden 30x30x30 cm, auf sehr schlechten trockenen Standorten bis zu 100x100x100cm. Am Hang soll der gute Oberboden hangaufwärts abgelegt werden und der schlechte Unterboden unterhalb des Loches. Ersterer wird dann zu Beginn der Regenzeit in das Loch gespült und letzterer hält als kleiner Damm Wasser zur Durchfeuchtung des Pflanzloches zurück. Das war auch für mich neu, da wir in Deutschland andere Standortbedingungen und Pflanztechniken haben. Seinen humoristischen Höhepunkt hatte die Vorlesung als Dominic erklärte und vorführte, dass man nach dem Einsetzen der Pflanze (ohne den Kunststoffbeutel natürlich) den Boden rundherum vorsichtig antreten müsse. Was solle man aber tun, wenn ein (vielleicht sogar übergewichtiger) Präsident oder Parlamentsabgeordneter den Boden richtig festtrampelt?

Jungpflanzen in PE-Beuteln in der Unibaumschule
Jungpflanzen in PE-Beuteln in der Unibaumschule

Insgesamt war das Ganze didaktisch nicht schlecht gemacht. Der Dozent bringt offenbar immer sein eigenes Notebook und den Beamer mit in die Vorlesung, wobei er damit rechnen darf, dass ein Studierender ihn im Büro abholt, zeigt in welchem Raum die Vorlesung stattfindet, die Ausrüstung dorthin trägt und installiert. (Das sollte man bei uns auch einführen ;-)!) Dominic hatte auf seinen Folien nur die wichtigsten Informationen (ohne Bilder) aufgeführt und den Studierenden immer Fragen gestellt, die man meist mit Blick auf diese Folien beantworten konnte. Ergänzend nutzte er die Wandtafel, die vorher leider nicht gereinigt worden war. – Die Sitzgelegenheit in dem Unterrichtsraum empfand ich als äußerst unbequem.

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